Sempervivum

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Schädlinge an Hauswurz

Blattläuse

Die Pflanzen werden hauptsächlich bei der Kultur im Gewächshaus mit hoher Luftfeuchtigkeit befallen. Meist verschwinden die kleinen Insekten wieder, wenn Sie den Pflanzen einen Freilandaufenthalt gönnen.

Blattlaus

Blattläuse an Sempervivum cv. 'Atroviolaceum Heimlich'

Lausbefall

Auch die Blüten können durch die Blattläuse deformiert werden.

 

Trauermücken

Die adulte Trauermücke Bradysia paupera ist dunkel gefärbt und nur 3-4 mm groß. Sie legt ihre Eier oftmals in Häufchen, bevorzugt in humose, feuchte Erde ab. Ihre glasig weißen maximal 5mm langen Larven sind eindeutig an der schwarzen Kopfkapsel zu erkennen.

Sie befallen vor allem Wurzeln von Sämlingen und Stecklingen, aber auch junge Wurzeln älterer Pflanzen, die folglich kümmerlich wachsen oder gar absterben. Trauermücken durchlaufen 4 Larvenstadien bevor das Puppenstadium erreicht wird. Neben den Fraßschäden werden sekundär Eintrittspforten für Pilze und Bakterien geschaffen. Die erwachsenen Tiere leben nur 3-7 Tage.

Man findet die Larven bei der Hauswurz hauptsächlich an der Rosettenbasis. Der Schädling tritt vermehrt im Herbst bis zum zeitigen Frühjahr auf. Die Pflanzen bei einem Befall trockener halten. Die einfachste Methode ist die befallenen Pflanzen im Frühling in neues Substrat umzusetzen und die Larven abzutöten. Ein Gärtner riet mir Streichhölzer kopfüber in die Erde zu stecken. Ich bin gespannt ob es funktioniert, die Mücken durch den Schwefelgeruch zu vertreiben. Als biologische Methode kann man Nematoden einsetzen. Mehr Infos darüber gibt es hier

Befall durch Trauermückenlarve

Die Abbildung zeigt eine befallene Tochterrosette von S. 'Caldera', die durch Bildung von seitlichen Neutrieben ihr Überleben sichert.

 

Fliegenlarven

Martin Haberer hat einen Schädling beobachtet, der schon seit Jahrzehnten Schäden an seinen Sempervivum verursacht. Die Larven einer Fliegenart minieren die Blätter der Pflanzen.

Fliegenlarve

Dank der Recherche von Gerhard Spröd kennen wir nun den Verursacher. Es handelt es sich hierbei um Cheilosia caerulescens, eine Erzschwebfliegenart. Sie befällt neben den großrosettigen Pflanzen auch S. arachnoideum Formen und Sorten. Es gibt jährlich zwei Generationen.

Fliegenlarve

Die erste Welle erscheint um Pfingsten, die andere im September. Davon können manche sogar in den Blättern überwintern. Vergeilte Sempervivum (zu schattig kultivierte und überdüngte Pflanzen) werden bevorzugt befallen. Als Pflanzenschutzmittel empfehle ich Ihnen Provado WG5 von Bayer.

 

unbekannte Ursache

Im Aussehen wie der Befall mit Fliegenlarven, jedoch fand ich bei dieser cv. Rita Jane keine Larven in den Blättern - die Ursache hierfür ist bislang unbekannt.

 

Wurzelläuse

Wurzelläuse gedeihen prächtig in Töpfen, in denen neben Ihren Pflanzen auch Löwenzahn (Taraxum officinale) als "Unkraut" wächst. Nehmen Sie die Rosetten aus dem Topf und entfernen alle Wurzeln. Anschließend setzen Sie die Sempervivum in neue Erde. Vergessen Sie nicht den Topf vorher gründlich zu reinigen und entsorgen Sie die "verlauste" Erde nicht auf Ihrem Kompost!

 

Dickmaulrüssler

Die unterirdischen Pflanzenteile von Sempervivum und anderen Pflanzen aus der Familie der Crassulaceae sind von den Larven der Dickmaulrüssler sehr beliebt. Mehr Informationen finden Sie bei Sautter & Stepper. Dort erhalten Sie auch Nematoden für eine erfolgreiche biologische Bekämpfung.

 

Schnecken & Mäuse

Beide sind ungebetene Gäste, die manchmal auch an den Rosetten knabbern. Am besten haben sich die altmodischen Methoden bewährt: Absammeln der Schnecken und Mäusefallen. Übrigens bevorzugen Mäuse gerne die haarigen Rosetten der Spinnwebhauswurz S. arachnoideum zum Nestbau.

 

Umwelteinflüsse

Durch die Klimaveränderung häufen sich die Fälle von Hagelschlag mit größeren Hagelkörnern.

Hagelschlag

Die "Narben" bleiben in der Regel bis zum Absterben der äußeren Blätter in der späten Jahreszeit sichtbar. Besonders die großrosettigen Kultivare leiden darunter.

 

Pilzkrankheiten

Schlimmstenfalls kann ein Pilz namens Endophyllum sempervivi auftreten. Bei Befall wird das Rosettenlaub gekrümmt und oft dreifach verlängert. Im kommenden Frühling zeigen sich Stellen mit rostartigen Punkten. Der Pilz ist ausdauernd und die befallenen Rosetten müssen schnell vernichtet werden (keinesfalls auf den Kompost!). Andernfalls kann er ganze Kulturen zunichte machen. Als Gegenmittel wurde früher das Pflanzenschutzmittel "Plantvax" verwendet. In Österreich ist es noch bis 2007 mit der Indikation "Rostkrankheiten im Zierpflanzenbau" zugelassen. Eine andere Möglichkeit der Bekämpfung ist bisher leider nicht bekannt.

Bilder von Endophyllum sempervivi und anderen Pilzen finden Sie auf der Seite eines Sempervivum Liebhabers aus Slovenien.

 

© 2009 Erwin Geiger